Stromfresser Waschtrockner? Mythen und harte Fakten zum Energie- und Wasserverbrauch
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Waschtrockner sind die ultimativen Raumwunder für kleine Wohnungen. Doch hartnäckig hält sich der Ruf, sie seien wahre Strom- und Wasserfresser, die bei den Nebenkosten böse Überraschungen verursachen.
Dieser Ratgeber räumt mit alten Mythen auf, erklärt die teils enormen Unterschiede zwischen dem reinen Waschen und dem Trocknen und zeigt, warum die Wahl des richtigen Waschmittels direkten Einfluss auf Ihre Stromrechnung hat.
Schluss mit A+++: Das EU-Energielabel richtig lesen
Wer heute einen Waschtrockner kauft, sucht vergeblich nach den alten, oft irreführenden Klassen wie „A+++“ oder „A++“. Das EU-Energielabel wurde komplett überarbeitet und auf eine Skala von A bis G zurückgesetzt. Das Ziel: Mehr Transparenz und strengere Kriterien, um Raum für zukünftige technologische Innovationen zu schaffen. Ein Gerät, das früher A+++ hatte, kann heute durchaus in Klasse D oder E landen – ohne dass es schlechter geworden ist.
Die Besonderheit beim Waschtrockner-Label:
Das Label ist vertikal in zwei Hälften geteilt, da die Maschine zwei völlig unterschiedliche Aufgaben übernimmt:
- Linke Seite (Waschen & Trocknen): Hier finden Sie die Werte für den kompletten, ununterbrochenen „Wash-to-Dry“-Zyklus.
- Rechte Seite (Nur Waschen): Hier stehen die Werte, wenn Sie das Gerät wie eine klassische, reine Waschmaschine nutzen.
Der versteckte Ressourcenhunger: Waschen vs. Wash-to-Dry
Der Blick auf die zwei Seiten des Labels offenbart oft einen extremen Unterschied. Während viele Kombigeräte beim reinen Waschen Bestnoten (Klasse A oder B) erzielen, rutschen sie beim kombinierten Waschen und Trocknen oft auf Klasse D, E oder sogar schlechter ab.
Warum ist das so?
- Reines Waschen ist günstig: Moderne Waschmaschinen arbeiten extrem effizient. Ein Waschgang verbraucht heute oft unter 50 Liter Wasser und weniger als 1 kWh Strom.
- Trocknen frisst Energie: Das Erhitzen der Luft für den Trocknungsvorgang benötigt enorm viel Strom.
- Das Wasser-Paradoxon (bei klassischen Geräten): Verfügt der Waschtrockner nicht über eine teure Wärmepumpe, nutzt er zur Abkühlung der heißen Trocknerluft herkömmliches, kaltes Leitungswasser aus dem Hahn (Kondensationsprinzip). Das führt zu dem absurden Effekt, dass die Maschine beim Trocknen der Wäsche oft mehr Wasser verbraucht als beim eigentlichen Waschen. Bei einem kompletten Zyklus können so schnell 90 bis über 100 Liter Wasser zusammenkommen.
Der unerwartete Kostenfaktor: Pulver- vs. Flüssigwaschmittel
Ein oft völlig unterschätzter Aspekt bei den laufenden Kosten eines Waschtrockners ist die Wahl des Waschmittels. Viele greifen aus Gewohnheit zu hochdosierten Flüssigwaschmitteln oder Pods. Für Kombigeräte kann das auf Dauer teuer werden.
Das Problem mit Flüssigwaschmittel:
Flüssigwaschmittel enthalten keine Bleichmittel, dafür aber oft einen höheren Anteil an Tensiden und waschaktiven Substanzen, die sich bei niedrigen Waschtemperaturen nicht immer restlos auflösen.
- Verschmutzte Sensoren: Die klebrigen Rückstände aus Flüssigwaschmittel und Weichspüler legen sich wie ein Film über die Feuchtigkeitssensoren im Inneren der Trommel. Die Maschine kann den Trockengrad nicht mehr korrekt messen, trocknet „blind“ weiter und verbraucht unnötig viel Strom.
- Belag auf Heizelementen: Auch auf den Heizstäben und in den Luftkanälen kann sich dieser Film absetzen. Das Gerät benötigt in der Folge mehr Energie, um die gewünschte Temperatur zu erreichen, und die Trocknungszeit verlängert sich künstlich.
Die Lösung: Klassisches Waschpulver
Ein gutes Vollwaschmittel in Pulverform enthält Bleichmittel. Diese reinigen nicht nur die Wäsche hygienischer, sondern pflegen quasi im Vorbeigehen auch das Innere der Maschine. Es bilden sich weniger schmierige Ablagerungen, die Sensoren bleiben sauber, und das Gerät arbeitet langfristig energieeffizienter.
Kosten- und Ressourcenvergleich auf einen Blick
(Beispielhafte Durchschnittswerte für eine 8/5 kg Maschine)
| Kriterium | Nur Waschen (8 kg) | Waschen & Trocknen (5 kg) |
| Dauer | ca. 2,5 bis 3 Stunden | ca. 6 bis 8 Stunden |
|---|---|---|
| Stromverbrauch | ca. 0,5 – 0,8 kWh | ca. 3,5 – 5,5 kWh |
| Wasserverbrauch | ca. 40 – 50 Liter | ca. 80 – 110 Liter (bei Kaltwasserkühlung) |
| Verschleiß | Normal | Sehr hoch (thermische Dauerbelastung) |
| Waschmittel-Empfehlung | Pulver oder Flüssig | Zwingend Pulver (verhindert Sensor-Verschmutzung) |


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